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erweichen. Begruͤße ſie, und mache Deine Au⸗ gen zu Quellen bitterer Waſſer, ſo werden dieſe Deine Miſſethaten hinwegwaſchen. Ich will mit Dir beten; ja, noch mehr— ein Engel ſoll mit uns beten, oder doch ein engelgleiches
Weſen, Deine tugendhafte und tiefbetruͤbte Toch⸗
ter, ſoll es thun; denn wahrlich, eine Jungfrau, lieblich in ihrer Unſchuld und angenehm Gott und den Menſchen in ihrer Froͤmmigkeit, gleicht Deine Tochter jenen reinern Geiſtern einer hoͤ⸗ heren Welt! Willſt Du Gertrud ſehen? Sie harrt draußen.“
„Mein Kind, meine Gertrud?“ ſagte der Gefangene;„ich darf ſie nicht ſehen. Sie wird mich verwuͤnſchen, wird meiner hohnſpotten und fragen, womit ſie ſich ſo ſchwer verſuͤndigte, daß ſie einen Miſſethaͤter zum Vater haben muß! Nein, laſſe mich ſterben; gieb mich dem Tode und dem Elende hin, aber fuͤge nicht noch zu dieſem Wehſal das Schaamgefuͤhl eines Vaters hinzu, der da ſehen muß, wie ſeine Tochter ob ſeiner Schmach erroͤthet, und der da hoͤren muß, wie ſie ihm ſeine Unthaten vorwirft.“
Warleigh. III. 20


