Teil eines Werkes 
3. Th. (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

306

„Das wird ſie nicht thun, wohl aber wird ſie Vergebung fuͤr Dich vom Vater der Gnade erflehen“, entgegnete Heſekiel.

„Wird ſie? wird ſie?“ fragte Coppleſtone.

„Ich kann, ich darf nicht fuͤr mich beten, ſie aber moͤg' es thun; es iſt Troͤſtung in dem Ge⸗

danken. Vielleicht erfleht ihr reiner Geiſt einige Gnade auf mein ſuͤndiges Haupt und uͤber dies gebrochene Herz herab. Ich will ſie ſehen— Ruf' ſie her!“„

Heſekiel verließ den Kerker und kehrte mit Gertruden zuruͤck, deren wankender Schritt ſie kaum aufrecht erhalten konnte, um durch die Pruͤfung hindurchzugehen, die jetzt zu beſtehen ſie fuͤr ihre Pflicht erachtete— naͤmlich eine letzte Unterredung mit ihrem bejammernswuͤrdi⸗ gen Vater zu haben. Sie konnte nicht ſprechen. Thraͤnen und Schluchzen erſtickten ſie ſchier, und ſie fiel haͤnderingend, voll Angſt und unaus⸗ ſprechlichem Schmerze, zu den Fuͤßen des Ver⸗ urtheilten.

Coppleſtone fuhr zuruͤck. Es ſchien, als ſcheuete er ſich, die Tochter zu beruͤhren, ſo