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ſies der Leſer lebt in den Zeiten mit, die die Verfaſſerin malt, er wird von ihrem Geiſte, von ihrer Denkart maͤchtig mitergriffen, in den Strudel ihrer kleinen und großen Intereſſen mit hineingeriſſen, ohne doch je den uberſichtlichen Standpunct zu verlieren, und ohne je zu bezweifeln, daß die Verf. alle dieſe Ereigniſſe beherrſcht und uͤberſchauend ordnet.
In dem erſten dieſer hiſtoriſchen Gemaͤlde erblicken wir die Hand der Malerin noch etwas unſicher und in den Maaßen ungeuͤbt.— Die Charakteriſtik begnuͤgt ſich mehr mit einzelnen Zuͤgen zu einem Gemaͤlde, als daß ſie dieſes ſelbſt gäbe;— inzwiſchen zeigt ſich doch ſchon hier das ſtrenge ſittliche Gefuͤhl, welches durchweg die Feder der Mrs. Bray leitet und ſie vor Verirrungen aller Art ſichert. Sie ſelber ſagt hieruͤber wahr und ſchoͤn, indem ſie von ihren eigenen Tendenzen ſpricht:
„Daß der Roman einen großen Einfluß auf die Sit⸗ ten der Jugend ausuͤbt, iſt laͤngſt zugeſtanden; von der hoͤchſten Wichtigkeit muß es daher ſein, daß die beabſichtigte Wirkung unablaͤſſig auf das dauernd Werth⸗ volle gerichtet werde, daß ſie geeignet ſei, das Gemuͤth zu erheben und Liebe zu erwecken fuͤr Alles, was edel iſt, ſo in Geſinnung wie in Wort und That.“ Dies Ziel verliert Mrs. Bray nie aus den Augen. Läßt der Roman„de Foix“ daher auch in aͤſthetiſcher Hin⸗ ſicht noch zu wuͤnſchen uͤbrig, ſo befriedigt er doch in ethiſcher und zeigt ſich als Gemälde der Feudalhierarchie Frankreichs im 14ten Jahrhundert treu und treffend. Die eben erwachende Wiſſenſchaft und eine milder wer⸗ dende Sitte geben dieſem Bilde nebenher einen beſonde⸗ ren Reiz, den der hiſtoriſche Name vieler handelnden Per⸗ ſonen noch verſtaͤrkt.
Innere und aͤußere Vollendung in hoͤherm Grade ge⸗ ben„die Weißkappen, oder: Anna von Gent,“ zu erkennen. Der geſchichtliche Stoff gehoͤrt zu den an⸗ ziehendſten, die zu erwaͤhlen waren. Die Bildung und das ploͤtzliche Hervorbrechen einer neuen Form der Zeit iſt ihr Thema.— Es gibt kaum eine wichtigere Periode


