Reichthum, Schoͤnheit und Rang ſchätzte ich nur in ſofern, als ſie mich ſeiner werth machen koͤnn⸗ ten— dennoch blieb er kalt gegen mich.“
„So laßt ihn Margarethe heirathen,“ fiel Betſy ein,„und Alles zwiſchen Euch hat ein Ende.“
„Nimmer! nimmer!“ rief die eiferſuchtige Dame.„Waͤre Margarethe nicht, ſo wuͤrde ich ſeine Gegengunſt gewonnen haben. Unſere Fa⸗ milien wuͤnſchten dieſe Verbindung, und er ſchien derſelben nicht abhold zu ſeyn. Er war hoͤflich, aufmerkſam, freundlich gegen mich— Alles ſchien guten Weg gehen zu wollen: da kam ſie, und fing ihn, und entriß ihn meinen Hoffnungen.— Nein! er ſoll ſie nimmer heimfuͤhren. Ich mag ihn verlieren, mein Plan, den ſchwachglimmen⸗ den Funken ſeines Wohlwollens gegen mich wie⸗ der zu einem Flaͤmmchen und zu einer Flamme anzublaſen, mag fehlſchlagen; jedoch eine Neben⸗ buhlerin, die Nebenbuhlerin, die ihn mir ſtahl, ſoll niemals uͤber mein Elend triumphiren! Bin ich ungluͤcklich, ſo ſollen anderer Herzen eben ſo wohl Pein leiden, als das meinige.“


