414
„Eure Majeſtaͤt,“ verſetzte die Jungfrau,„ehrt mich uͤber mein Verdienſt, denn die Tochter eines ſchlichten genter Buͤrgers darf ſich nicht alſo von einem Monarchen hervorgehoben ſehen. Ich bin Eurer Huld in Demuth unterthaͤnig; allein es gibt zartere und innigere Bande— die der Dankbarkeit. Herr Simon van Bet be⸗ ſchuͤtzte mich, ſorgte fuͤr mich, und ließ mich das Kind ſeines Herzens ſeyn, als ich eine freund⸗ loſe Waiſe war. Er war mir wahrhaftig Va⸗ ter! Meine Dankbarkeit fuͤr ihn kann nur mit meinem Leben enden; und nur von ſeiner Hand moͤgte ich einem Manne uͤbergeben werden. O mein Vater,“ fuhr ſie fort, indem ſie ſich an Herrn Simon wendete,„denn Ihr habt es mich fuͤhlen laſſen, Euch ſo nennen zu muͤſſen— ſeg⸗ net mich vor dem Altare Gottes, wenn ich vor demſelben das heiligſte meiner Geluͤbde ab⸗ lege, indem ich dieſe meine geringe Hand dem Herrn Walter reiche; ſo zweifle ich nicht, daß der Himmel mein Flehen erhoͤren und uns ſo glucklich machen werde, als Euer edles Herz es wuͤnſcht.“


