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empfangen,“ ſagte van Bet.„Nimmer ſoll es heißen, daß das angenommene Kind des Buͤr⸗ germeiſters von Gent pfenniglos vermaͤhlt ward, auch wenn ihr Gatte der Neffe eines Grafen iſt. Ein Kind wie Anna verdient mehr, als Alles, was ich fuͤr ſie thun kann. Der Himmel ſey geprieſen, der mich dieſe Stunde hat erleben laſſen! Ich werde mein armes, verwaiſetes Maͤd⸗ chen an der Hand eines Gatten ſehen, von dem ſie zaͤrtlich geliebt wird— ich kann zufrieden ſterben, denn was bliebe mir noch in der Welt zu thun uͤbrig?“
„Einer Eurer Wuͤnſche ſoll mindeſtens ſofort in Erfuͤllung gehen,“ ſprach der jugendliche Koͤ⸗ nig,„denn wir wollen ſelbſt dieſe ſchoͤne Jung⸗ frau unter das Portal der Kirche leiten, und ſie dort dem ritterlichen Walter d'Anghien zur Ge⸗ mahlin geben*). Was ſagt Ihr dazu, Anna? Redet; geſtattet Ihr's, daß Frankreich Euch zur Trauung fuͤhrt?“
*) Die kirchliche Vermaͤhlungs-Ceremonie ward zur Zeit unſerer Erzaͤhlung unter dem Portal der Kirche voll⸗ zogen. Anm. d. Verf.


