402
den Anweſenden, beugte ſich uͤber den Todten hin und blickte eine Weile veſt und ſchweigend in deſſen Geſicht; endlich ſprach er:„Das iſt ein trauriger Anblick; Du, ſo brav und ſo edel einſt, wie die Leute ſagen, mußteſt dahinſinken in der Bluͤthe Deiner Tage! Haͤtteſt Du nur die Haͤlfte Deiner glorreichen Eigenſchaften einer beſſeren Sache gewidmet— fuͤrwahr! die Welt wuͤrde Dich hochverehrt haben! Doch ſo wie Du jetzt da liegſt, koͤnnen wir nur wuͤnſchen, daß Du Dein Andenken nicht mit dem Namen eines Verraͤthers befleckt haben moͤgteſt.“
„Nicht alſo, gnaͤdigſter Koͤnig,“ ſagte Herr Simon, der es nochmals wagte, das Andenken ſeines gefallenen Freundes in Schutz zu nehmen. „Van Artaveld verdient einen beſſeren Namen, denn er trachtete niemals danach, ſein Vater⸗ land zu verrathen. Waͤren Andere gleich ihm geweſen, ſo wuͤrde unſer gnaͤdiger Graf von Flandern laͤngſt die gekraͤnkten Buͤrger von Gent befriedigt und in Frieden regiert haben; denn hauptſaͤchlich um der boͤſen Rathſchlaͤge des hin⸗ terliſtigen Gilbert Mattheus willen waren die


