nicht der Triumph wird, meine Seele ſo leiden zu ſehen, wie ſie Leid meinem Koͤrper bereiten — ich aber bin nur ein Menſch, und ein ſchwa⸗ cher Menſch. Ich fuͤrchte, ich kann nicht ſtand⸗ haft ſeyn, wenn ich Deine Zerruͤttung ſehe. Um meinetwillen bitt' ich, folge mir nicht; es iſt meine letzte Bitte.“
Anna hing ſich an ſeinen Arm, ſie blickte ihm wie verwildert in's Antlitz, jedoch ohne zu ſcheinen, als verſtehe ſie ſeine Worte. Dann be⸗ trachtete ſie die Maͤnner, welche ſie von Waltern wegreißen wollten, und fragte heftig, was ſie begehrten. Allein ehe die Wachen noch ihre Frage beantworten konnten, rief ſie ſchon:„Ich weiß es! ich weiß es! Ihr ſeyd ſeine Moͤrder!“
Die Maͤnner riſſen den Juͤngling mit ſich aus dem Zelte. Anna folgte mit einem Antlitze, auf welchem der Wahnſinn jetzt mit dem Kum⸗ mer uͤber ihren Verluſt zu ringen ſchien. Du Bois ſtand nahe dem verhaͤngnißvollen Pfahle⸗ an welchen Walter ſogleich gebunden ward. Die Bogenſchutzen hielten ſich bereit— ihre Waffe war geſpannt, der Pfeil ruhete in ihrer Hand.


