mein.— So wird auch das laͤngſte Leben dahin ſchwinden, denn die Zeit iſt nichts als eine An⸗ haͤufung von Momenten; doch ſoll die Zeit ſelbſt in die Ewigkeit verſinken, in der Gott unſere Ruhe bereitet hat. Anna, moͤge dies Dein Troſt ſeyn! Sieh da, das letzte Sandkorn verrinnt. — Fahr' wohl fuͤr immer! Ich habe jetzt nichts mehr zu leiden; des Todes Bitterkeit ging be⸗ reits an mir voruͤber, denn ich ſchied von Dir. Gott beſchirme Dich allewiglich; er ſegne und ſtaͤrke Dich im Leben und im Tode!“
„Bleib, o bleib!“ rief Anna;„laſſe mich nicht hier zuruͤck. Ich folge Dir— ich will— ich will ſtandhaft ſeyn. Scheuche mich nicht weg von Deinem Angeſichte, ſo lange das Leben noch dauert. So lange Du mich noch anblicken kannſt, will ich nicht von Dir weichen; nicht Gewalt, nicht Bitte ſoll mich fern von Dir treiben.“
„Theuerſte Anna,“ ſagte Walter, als er ſich wendete, um das Zelt mit den Wachen zu ver⸗ laſſen, die ſeiner harrten, um ihn zum Richtplatze zu fuhren,„ich bitte Dich, folge mir nicht. Ich moͤgte gern ruhig ſterben, daß meinen Feinden


