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So ausgeruͤſtet ſchickte Ludwig ſich nochmals an, mit Annen die Flucht zu ergreifen. Er dankte aufrichtig der Wittwe fur die edelmuͤthige Weiſe, womit ſie unter der Leitung des Him⸗ mels ihm das Leben erhalten hatte, verſprach ihr eine reiche Belohnung, ſo er je die Macht wieder haben wuͤrde, dieſelbe zu ertheilen, und bot ihr verſchiedene Goldſtuͤcke aus einer Boͤrſe an, die er bei ſich trug. Das ehrliche Muͤt⸗ terchen weigerte ſich anfaͤnglich, dieſe Muͤnzen an⸗ zunehmen, indem ſie meynte, daß in des Grafen gegenwaͤrtiger Lage ihm Gold nicht nur als Mittel zu ſeinem Unterhalte, ſondern auch zu Anſchaffung von Pferden nothig ſeyn duͤrfte, um ſeine Flucht zu foͤrdern, ſobald er die Mauern von Brugges hinter ſich haben wuͤrde. Der Graf verſicherte ihr jedoch, daß, wenn ſie das Wenige, was er ihr bot, fuͤr ſich und ihre Kin⸗ der annaͤhme, ſolches ihn nicht ſchwaͤchen wuͤrde, indem er noch Geld genug bei ſich fuͤhrte, um Lille zu erreichen, wo er auf eine oder andere Weiſe noch vor Nachts anzulangen gedaͤchte. Unter mancher Ermahnung zur Vorſicht und


