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unter bruͤnſtigem Gebet fuͤr das Wohlergehen der Fluͤchtlinge, ſagte die Wittwe dem Grafen und deſſen ſchoͤner Gefaͤhrtin, der Tochter Jan Lyon's, Lebewohl, die, obgleich das Kind des Uranſtifters der Empoͤrung gegen Ludwig de Male, jetzt als das Werkzeug zur Rettung des Grafen vor den Wirkungen jenes Aufſtandes thaͤtig war. Und die Jungfrau, die noch vor Kurzem den Grafen als ihren grauſamſten Be⸗ draͤnger gefurchtet hatte, war jetzt in Beſorgniß, er moͤgte ſeinen Bedraͤngern in die Haͤnde fallen. So ſeltſam und unvorhergeſehen ſind die Zufaͤlle und Wandelbarkeiten des Weltlebens; und ſo unter der geheimnißvollen, aber barmherzigen Leitung der Fuͤrſehung werden die Ereigniſſe in Gottes Hand zu heilſamen Lehren fuͤr den Hof⸗ faͤrtigen, daß dieſem oft von Demjenigen, den er am meiſten ſeinem Willen untergeordnet wähnt, ein weſentlicher Dienſt geleiſtet wird, deſſen Je⸗ der, auch in dem hoͤchſten Stande des Lebens, benoͤthigt ſeyn kann; denn unter den Soͤhnen des Staubes iſt gegenſeitige Dienſtleiſtung ſowohl das Band, wie die Pflichtuͤbung der Menſchheit.


