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„Zugvogel! Iſt der Menſch überhaupt etwas Ande⸗ res als ein Wandervogel? Er wandert immer, wenn auch nur von Gaſſe zu Gaſſe, und wird es ihm endlich, in der Nähe des Grabes, zu kalt, ſo zieht er mit den mächtigen Schwingen des Glaubens hinüber in das verheißene Land voll ewigen Frühlings.“
„Von deſſen Grenzen aber noch kein Wanderer zu⸗ rückgekehrt, mein Freund!“
„Wäre auch thöricht von ihm, da es dort ſo un⸗ endlich ſchön.“
„Ich preiſe Dich glücklich um Deines Glaubens willen.“
„Und ich beklage Jeden, dem der Glaube nicht die Blume des Daſeins, nicht, dem Wiſſen gegenüber, das iſt, was Muſik dem Worte, die Fortſetzung, Steigerung, Ergänzung des Denkens, mit einem Worte— das Un⸗ vergängliche.“
„Wie kann man ſtoffumhüllt, ſtoffbedingt von Un⸗ vergänglichem ſprechen! Wo wir ein— oder austreten, bedingt, hemmt, hält uns der Stoff. Und dieſer wan⸗ delt ſich jedenfalls, wenn er auch nicht vergänglich iſt.“
„Und was bewegt, was läutert, was beſiegt ihn ſelbſt, mein Freund? Der Geiſt, nur der Geiſt! Der Geiſt belebt den Stoff, ſowie er ihn auch vernichten kann, in moraliſchem Sinne. Das hohe Intereſſe,


