8
an der Grenze des Greiſenthums als ein Mann von Kraft zu erſcheinen, klaren Blicks die Welt zu über⸗ ſchauen und die Gaben des Lebens mit unverkümmerter Genußfähigkeit entgegen zu nehmen.
Er war eben aus Wien gekommen und ſprach ſich gegen Karl in freundlichſt anerkennender Weiſe über all das Gute und Schöne der Kaiſerſtadt ſowie offen⸗ bar zufriedengeſtellt über den Empfang aus, der ihm daſelbſt zu Theil geworden, namentlich von ſeiten des Fürſten Metternich, der ihm mehrere Stunden gewidmet.
Der öſterreichiſche Staatskanzler hatte ſich ihm da im Schlafrock gezeigt, will ſagen, individuell, wie er„für ſich ſelbſt“ geweſen, und dieſes ſein recht eigentliches Ich ſtach, wie Rotteck ſagte, gewaltig ab von dem Bilde, das, wie alle, beſonders die liberale Welt, ſo auch er ſich von ihm entworfen, ja ſo ſehr, daß es ein ganz verſchiedenes war und ihn feſſelte.
Das lag eben im Weſen Metternich's.
Was er den Völkern des von ihm beherrſchten Staates mit eiſerner Fauſt vorenthielt, die Freiheit, das bewahrte und genoß er für ſich, und mit der Kundgebung ſeines individuellen Seins feſſelte er im perſönlichen Verkehre dieſen und jenen.
Rotteck ſprach ſich darüber unverhohlen aus und fügte ſogar hinzu:


