Gaben fehlen Chamiſſo; auch iſt an ihm viel Ge⸗ machtes, ſogar Forcirtes, wenig von der Leber weg, noch weniger vom Herzen. Platen's Geiſt kleidete ſich gut, benahm ſich comme il faut; er war der erſte Gentleman des poetiſchen Reiches. Ihm gleicht Zedliz. Meiſter der äußeren Form, voll Schwung und reich an glänzenden Gedanken, muß er Jeden bezaubern, dem der Schein für Sein gilt; mich läßt er kalt. Seine geprieſenen Todtenkränze ſind von beſter Methode, aber nicht im Style; ihr Abſichtli⸗ ches läßt die Phantaſie nicht warm werden. Sein „Nächtliche Heerſchau“ iſt trivial.
Alerander? wird ſeinen Weg machen; er kommt meinem Nicolaus ſehr nahe. Ueberflügeln aber wird er Sie nicht, zumal nicht, ſo lange auf den Schwingen ſeines Genius das Blei der Politik laſtet.
Heine's ſcharfer, zerſetzender Geiſt ſtiftet viel Gu⸗ tes auf negativem Wege; aber zum Dichter fehlt es ihm an aller Poſitivetät. Er iſt, wie Börne, nur weniger, reinkritiſcher Natur: keiner von Beiden wird etwas ſchaffen, ein Kunſtproduct erzeugen; es ſind ariſtoteliſche Talente, gemacht, ein Werk richtig zu beurtheilen, aber nicht, eins hervorzubringen.
J. G. Seidl und Leitner ſind ſehr liebens⸗ würdige Sänger, die, Bienen gleich, überall Honig


