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Dichterleben aus unserer Zeit : Novelle / von Jean Charles
Entstehung
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N

S

Durch der Wolken Kerkergitter Strahlt des Mondes Ampelſchein, Alſo blickt in das Gewitter

Einer Bruſt der Freund hinein. Ob der Golf die ſchwarzen Wogen Schleudert an's Geſtade hin, Noch in majeſtät'ſchen Bogen D'rüber ſegelt der Delfin.

Aus der Lava, die das Leben Eingeſargt in glüh'nder Gruft, Keimen hier die goldnen Reben, Athmet dort des Oelbaums Duft.

Wo ich immer hin mag ſchauen,

Liebe, Freundſchaft überall, Wechſelſtreben und Vertrauen;

Nur in mir des Argwohns Qual!

Vierzehn Tage hierauf erhielt er von Nicolaus folgendes Schreiben:

Lieber, ich hatte eine große Freude darüber, daß Sie meiner gedachten, und ſo warm, ſo freundſchaft⸗ lich gedachten. Ein Gedicht iſt kein Glaubensbekennt⸗ niß, ſagt Elogius Schneider in ſeiner Vorrede, dieſer alte Eſel; er hat aber recht. Was mein von ſeinem Argwohn im Gedichte ſagt, kam auch nicht vom Herzen; gerade der iſt einer von den Wenigen, denen Freundſchaft eine Thatſache.