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Dichterleben aus unserer Zeit : Novelle / von Jean Charles
Entstehung
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ten ſich bald unter ſeinem Scharfblicke und Fleiße, und wir haben ihn bereits ſo frei wieder vor uns wie früher: er findet Zeit für Wiſſenſchaft und Kunſt, und füllt die freien Stunden gewiſſenhaft aus. Er blickt täglich morgens ſeiner Muſe in's Auge und ſeine Phantaſie entzündet ſich am Himmelsſtrahle ih⸗ res Blicks.

In ſolchen Momenten der Weihe gedenkt er warum es nicht ſagen? mit Sehnſucht der ſchönen Heimath, der Bilder ſeiner erſten Träume wie der letzten. Sein Herz ſchlägt jetzt frei, unabhängig; das weite Reich der Liebe liegt ferne ab von den Gren⸗ zen ſeines Herzens und er fühlt das erſte Mal das Bedürfniß nach Freundſchaft. Aber, wir kennen ſeine Anſichten von Freundſchaft und hegen keine Hoffnung, daß er des Glückes, einen Freund zu beſitzen oder vielmehr an einen ſolchen zu glauben, jemals genießen dürfte. Ein junger Mann wie er, der im Stande iſt, über Freundſchaft ſo ſchneidend kalt zu raiſonniren ein Raiſonnement, das in fol⸗ gendem Gedichte klar genug ein Spiegelbild ſeines Denkens und Fühlens gibt, läßt dies durchaus nicht erwarten.

Er ſchrieb an Nicolaus; ſchilderte ihm ſeine jetzige Eriſtenz und ſchloß den Brief mit dieſen Verſen: