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Dichterleben aus unserer Zeit : Novelle / von Jean Charles
Entstehung
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Spät erſt gelangte er nach Hauſe, noch ſpäter zur Ruhe.

Am Morgen erhielt er von Clary ein Billet fol⸗ genden Inhalts:

Sie reiſen; ſehen fremde Gegenden und fremde Menſchen: ich bleibe in demſelben Elende, unter dem⸗ ſelben Jammer. Aber, will's Gott, nur noch kurze Zeit; ſo eben erhalte ich ein Schreiben, worin mir ein Platz als Gouvernante geboten wird. Es iſt weit von hier, ſehr weit. Kommt die Sache zu Stande, erfahren Sie das Nähere. Die Mutter wird Sie nicht mehr beunruhigen; ich erklärte ihr, daß nach dem geringſten Verdruſſe, den ſie Ihnen irgend⸗ wie bereiten würde, ich ſie augenblicklich zu verlaſſen entſchloſſen ſei; worauf ſie mir das Wort gab, dieſe Angelegenheit auf ſich beruhen und Sie ungeſtört zu laſſen. Wenn Sie zurückkehren, bin ich ach und nach meinem eigenen Wunſche! fern von Ihnen. Wann und wie werden wir uns wiederſehen?

Das arme Mädchen konnte ihm keinen beſſeren Beweis von Liebe geben als dadurch, daß es die Mutter zur Vernunft brachte. Er drückte gerührt das Blatt an ſeine Lippen. O daß dein Geſchick, rief er, ſich bewegen ließe durch meine Wünſche! Lebe wohl! weit auseinander laufen unſere Pfade, wir bleiben ge⸗