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Dichterleben aus unserer Zeit : Novelle / von Jean Charles
Entstehung
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deln Sie! In wenigen Tagen reiſe ich ab; ich gehe nach Italien und kehre im Spätherbſte hierher nur zurück, um meine Angelegenheiten zu ordnen und meine Berufsreiſe nach Norddeuſchland anzutreten. Schreiben Sie mir und theilen Sie mir Alles mit, was Sie für das Leben thun werden und das Leben für Sie. Ich bleibe Ihr Freund und hoffe als dieſer, Sie in beſſerer Stimmung und in Verhältniſſen wiederzuſehen, wenn auch erſt nach Jahren, die Ihrem edlen Geiſte, Ihrem unverderbten Herzen freien, ſchönen Spielraum gewäh⸗ ren; vergeſſen Sie keine meiner Warnungen und leben Sie wohl!

Wir wollen dieſe ſchmerzliche Scheideſcene nicht weiter verfolgen. Er riß ſich endlich aus ihren Armen und ging. An der Thüre noch einmal zurückſehend nach ihr, ſah er, was ihn mit Entſetzen erfüllte: Clary's Blick war wieder ſo ſtarr und brennend wie vor kurzem.

Er verhüllte ſich das Geſicht und ſtürzte hinaus. Ihr Blick jagte ihn ruhelos durch Straßen und Gaſſen, in's Freie und wieder zurück in die Stadt, wieder an ihrem Hauſe vorüber und wieder fort hinaus in's Freie, durch die ſchweigend theilnehmende Nacht. Er über⸗ ließ ſich ohne Widerſtand dem Tumulte in ſeiner Bruſt; ohne Klage, ohne Trotz, er gab ſich hin und kämpfte dagegen wie im Traume.