ter Bräutigam ſagt! Wenn Ihre Clary wüßte, wie unartig Sie ſind!
Meine Clary?—
Ganz gewiß! Sie werden mir doch nicht, Herr von“, den Glauben aufbürden wollen, den Märchen⸗ glauben, daß Sie in den vielen Abendſtunden, die Sie mit meiner Tochter allein zugebracht, nichts als Ethik und Aeſthetik getrieben, ein ſo ſtarker Moraliſt und Literat wie Sie auch ſein mögen?—
Er wollte antworten, aber dieſe ihre Frechheit ſchnürte ihm das Herz zu; er war keines Wortes fähig und ſtarrte ſtumm dieſes weibliche Ungeheuer an.
Dieſe Geſchichte— ſagte ſie weiter— iſt nun ein⸗ mal zum Stadtgeſpräche herangewachſen und Sie kön⸗ nen es einer Mutter nicht verübeln, mir wenigſtens nicht, daß ich mich daran halte; ja, ja, Sie ſind der Bräutigam meiner Clary und haben das Mädchen, wenn Sie ſich zurückziehen, ſitzen laſſen. Ei, Sie beben ja vor Zorn? Nun, das iſt für meine Tochter nicht eben ſehr ſchmeichelhaft; allein das findet ſich. Sie haben ſie aus ihrer beſtimmten Carriere geriſſen und ihr eine neue Bahn vorgeſteckt: auf dieſem Wege gelangt ſie mit Ihnen zum Altare, oder— Sie ſind in den Augen der Welt der undankbare Verführer mei⸗ nes Kindes.


