3
kann; für diejenigen der verehrlichen Leſer, denen es unbekannt, genügt Folgendes.
Carl lebt in dieſer großen Reſidenz zurückgezogen, einſam, ausſchließend ſeiner Kunſt. Er iſt Dichter.
Früh verwaiſt und verarmt, erwarb er ſich während ſeiner Studienzeit durch Unterricht, ſpäterhin als Er⸗ zieher in großen Häuſern ſeinen Unterhalt. Gegen⸗ wärtig, als Autor bereits mit Auszeichnung genannt, giebt er ſich, ohne Anſtellung, nur der Wiſſenſchaft und Poeſie hin, und fühlt ſich in dieſer Einſamkeit, wenn nicht glücklich, ruhig; denn er ſteht jetzt mit der Welt, die ihm ſchon ſo weh gethan, nur noch in rein geiſtigem Rapport.
Erfahrung hat ihn zum Manne gereift, das Eis der Enttäuſchung ſeinen glühenden Buſen geſtählt. Wenigſtens glaubt er dies ſelbſt und allerdings ſpricht ſein augenblickliches Leben dafür. Er liebt die Ein⸗ ſamkeit und ſpricht ſeinen Schmerz in der Dichtung aus. Er denkt über das Empfundene und denkt es in Bildern, zur Belehrung, Erhebung und Beruhigung Anderer. Er ſitzt, wie ein reicher Juwelier vor ſeinen koſtbaren Steinen, am Pulte und gräbt Schachte in ſeine Vergangenheit und beutet ſie mit Beſonnenheit aus. Die Mühe wird ihm leicht; er braucht nichts zu erfinden, der Genius ſeines Daſeins erfand genug


