Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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„Ich will Dir das Geld geben, um den Gerichts⸗ boten wegzuſchicken,“ ſagte Mylady nach einer Pauſe. „Ich muß Dir die lezte Guinee in meiner Börſe geben, aber was macht das? Du weißt ſo gut als ich, daß ich nicht wagen darf, es Dir abzuſchlagen.“

Lady Audley ſtand auf und nahm die angezün⸗ dete Lampe von ihrem Schreibtiſch.

„Das Geld iſt in meinem Ankleidekabinet,“ ſagte ſie, ich will es holen.“

„O, Mylady,“ rief Phöbe plötzlich.„Ich ver⸗ geſſe Etwas; ich war ſo ganz und gar mit dieſem

Handel beſchäftigt, daß es mir ganz aus dem Sinn

gekommen iſt.“

„Was aus dem Sinn gekommen iſt?“

„Ein Brief, der mir für Sie übergeben wurde, gerade bevor ich das Haus verließ.“

„Was für ein Brief?“

„Ein Brief von Mr. Audley. Er hörte, wie mein Mann davon ſprach, daß ich hieher gehen würde, und bat mich, Ihnen dieſen Brief zu über⸗ bringen.“

Lady Audley ſtellte die Lampe hart neben ſich wieder auf den Tiſch und ſtreckte ihre Hand aus, um den Brief in Empfang zu nehmen. Phöbe Marks konnte es kaum entgehen, daß dieſe kleine ju⸗ welenbeſezte Hand wie ein Blatt im Winde zitterte.

„Gib ihn mir— gib ihn mir,“ rief Mylady; „laß' mich ſehen, was er mir weiter zu ſagen hat.“

Sie riß in ihrer wilden Ungeduld Phöbe den Brief beinahe aus der Hand. Sie riß das Couvert auf und ſchleuderte es von ſich; ſie konnte in ihrer