Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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Schloßwirthshaus kam, als ich Ihnen die Warnung zugehen ließ.“

„Ja, ja,“ antwortete Mylady ungeduldig.

„Ich dachte mir ſo. Derſelbe Gentleman iſt heute Nacht bei uns dort, Mylady.“

Lady Audley fuhr von ihrem Stuhl auf— fuhr auf, wie wenn ſie in ihrer hoffnungsloſen Wuth etwas Verzweifeltes zu thun im Begriff geweſen wäre; aber ſie ſank wieder mit einem müden, kla⸗ genden Seufzer zurück. Welchen Krieg konnte ein ſo ſchwaches Geſchöpf gegen ſein Schickſal wagen? Was konnte ſie anders thun, als gleich einem ge⸗ jagten Haſen ſich im Kreiſe herum drehen, bis ſie wieder zu dem Ausgangspunkt der grauſamen Jagd gelangte, um von ihren Verfolgern unter die Füße getreten zu werden?

„Im Schloßwirthshaus?“ rief ſie.„Ich hätte das wohl wiſſen können. Er iſt dorthin gegangen, um aus Deinem Mann meine Geheimniſſe heraus⸗ zubringen. Närrin!“ rief ſie, in einem Anfall von Zorn ſich plözlich gegen Phöbe Marks wendend, „gedenkſt Du mich völlig zu vernichten, daß Du dieſe beiden Männer bei einander gelaſſen haſt?“

Mrs. Marks faltete kläglich die Hände.

„Ich bin nicht aus eigenem freiem Willen ge⸗ kommen, Mylady,“ ſagte ſie;„Niemand wäre we⸗ niger geneigt geweſen, das Haus zu verlaſſen, als ich dieſe Nacht. Ich wurde hieher geſandt.“

„Wer hat Dich geſandt?“

„Lukas, Mylady. Sie können gar nicht glau⸗ ben, wie hart er gegen mich iſt, wenn ich mich ihm widerſeze.“