Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
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dieſe blaßſichtige, blaßhaarige Frau, die ihrer Mei⸗ nung nach weder beſſer noch ſchlechter als ſie ſelbſt war.

Phöbe Marks gehorchte der Aufforderung ihrer ehemaligen Gebieterin und nahm ihren Hut ab, ehe ſie auf der Ottomane zu Lady's Füßen Plaz nahm. Die weichen Flechten ihres lichten Haares waren von den Märzwinden nicht verwirrt worden, und das knapp anliegende hellgraue Tuchkleid und der leinene Kragen ſahen noch ſo nett aus, als ob ſie erſt dieſen Augenblick mit ihrer Toilette fertig ge⸗ worden wäre.

„Mit Sir Michael geht es beſſer, hoffe ich, My⸗ lady?“ ſagte ſie.

„Ja, Phöbe, viel beſſer. Er ſchläft. Du kannſt die Thüre dort ſchließen,“ ſezte Lady Audley hin⸗ zu, mit einem Wink nach der Verbindungsthüre zwiſchen den Zimmern, welche bisher offen ge⸗ ſtanden war.

Mrs. Marks gehorchte demüthig und kehrte dann zu ihrem Siz zuruck.

„Ich bin ſehr, ſehr unglücklich, Phöbe,“ ſagte Mylady mit verdrießlicher Miene,„elend unglücklich.“

„Wegen des Geheimniſſes?“ fragte Mrs. Marks halb flüſternd.

Mylady nahm von dieſer Frage keine Notiz. Sie fuhr in demſelben klagenden Tone fort. Sie war froh, ſelbſt gegenüber von ihrer Zofe ſich in Klagen Luft machen zu können. Sie hatte über den Grund ihrer Beſorgniſſe ſo viel gebrütet, ſie hatte insgeheim ſo lang gelitten, daß es eine unaus⸗

Braddon, Lady Aubleh's Geheimniß. II. 2