war, dieſen Plaz eingenommen und auf das Ge⸗ plauder ihrer Gebieterin gehorcht.
„Sez' Dich nieder, Phöbe,“ wiederholte Lady Audley,„ſez' Dich nieder und ſprich Etwas mit mir. Es freut mich ſehr, daß Du heute Nacht her⸗ gekommen biſt. Es war ſo ſchrecklich einſam an dieſem traurigen Plaze.“
Mylady ſchauerte und ſah in dem luxuriöſen Gemach gerade ſo herum, als ob das Sdvres⸗Por⸗ cellan und die Bronze, das Buhl und Malergold die modernden Verzierungen irgend einer zerſtörten Ritterburg geweſen wären. Das klägliche Elend ihrer Gedanken hatte ſich jedem Gegenſtand rings um ſie mitgetheilt, und alle Außendinge nahmen ihr Colorit von dem mühſamen innern Leben an, das voll geheimer Qual ſeinen trägen Umlauf in ihrer Bruſt hielt.
Sie hatte die lautere Wahrheit geſprochen, als ſie die Verſicherung gab, daß ſie über den Beſuch ihrer ehemaligen Zoſe erfreut ſei. Ihre leichtfer⸗ tige Natur klammerte ſich in der Stunde der Angſt und des Leidens an dieſer ſchwachen Schuzwehr an. Es beſtanden Sympathien zwiſchen ihr und dieſer Frau, welche innerlich wie äußerlich mit ihr Aehn⸗ lichteit hatte— wie ſie, ſelbſtſüchtig und kalt und grauſam, eifrig auf ihren eigenen Vortheil bedacht, gierig nach Reichthum und Eleganz, erbittert über das Loos, das ihr gefallen, und müde ihres lang⸗ weiligen Zuſtandes von Abhängigkeit war.
Mylady haßte Alicia um ihres offenen, leiden⸗ ſchaftlichen, edelmüthigen, unerſchrockenen Weſens willen; ſie haßte ihre Stieftochter und hing ſich an
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