Teil eines Werkes 
3. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

m er U⸗ g⸗

ze⸗ h⸗

nd ck⸗ un ſſe en el⸗ die en, en. u8

11

dem Ungeheuerlichen ihrer Verruchtheit, aus dieſer „Göttlichkeit der Hölle“, welche ſie zu den Größten unter den ſündhaften Kreaturen machte.

Mylady, wie ſie ſinnend an dem Feuer in ihrem einſamen Gemache ſaß und die großen hellblauen Augen in den gähnenden, düſter rothen Schlund der brennenden Kohlen verſenkte, mochte an gar Vieles gedacht haben, was dem ſchrecklich ſtillen Kampfe, in den ſie verwickelt war, weit abſeits lag. Sie mochte an die längſt entſchwundene kindliche Unſchuld, an die kindiſchen Thorheiten und Selbſtſüchteleien, oder an die frivolen weiblichen Sünden, die nur ſehr leicht auf ihr Gewiſſen drückten, gedacht haben. Vielleicht rief ſie ſich bei dieſen retroſpectiven Träu⸗ mereien die frühe Zeit zuruͤck, da ſie zum erſten Mal in den Spiegel ſchaute und entdeckte, daß ſie ſchön war: jene verhängnißvolle frühe Zeit, da ſie zum erſten Mal ihre Liebenswürdigkeit als ein göttliches Recht, als ein unbegrenztes Beſizthum betrachtete, welches zu einer Schuldausgleichung gegen alle mäd⸗ chenhaften Pflichtverſäumniſſe, zu einem Gegenge⸗ wicht gegen jede jugendliche Verſündigung dienen ſollte. Erinnerte ſie ſich des Tages, da dieſe feen⸗ hafte Mitgift von Schönheit ſie zum erſten Mal ge⸗ lehrt hatte, ſelbſtſüchtig und grauſam, gleichgültig gegen die Freuden und Leiden anderer, kaltherzig und launenhaft, gierig nach Bewunderung, anſpruchs⸗ voll und tyranniſch zu ſein, und zwar in der Weiſe jener kleinlichen Frauentyrannei, welche der ſchlimmſte Deſpotismus von allen iſt? Verfolgte ſie jede Sünde ihres Lebens bis zu deren wahrem Urſprung zurück? Und entdeckte ſie jene vergiftete Quelle in ihrer eige⸗