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ſinn; aber nach Verfluß dieſer Zeit erhob ſie ſich und ſagte ihm gute Nacht.
Sie ließ den grünſeidenen Schatten vor der Studirlampe herab und richtete dieſelbe mit Sorg⸗ falt, wie es für die Augen des Baronets zuträg⸗ lich war.
„Ich verlaſſe Dich jezt, mein Theurer,“ ſagte ſie. „Wenn D Du ſclaſen kannſt, iſt es um ſo beſſer. Wünſcheſt Du zu leſen, ſ ſind Bücher und Zeitun⸗ gen ganz neben Dir. Ich will die Thüren zwiſchen den Zimmern offen laſſen, und kann ſo Deine Stimme hören, wenn Du mich rufſt.“
Lady Audley begab ſich durch ihr Ankleidekabi⸗ net in das Boudoir, wo ſie ſeit dem Diner mit ihrem Gatten geſeſſen war.
Jedes Gepräge weiblichen Raffinements war in dieſem eleganten Gemache ſichtbar. Mylady's Piano
war geöffnet, mit zerſtreuten Muſikalien und prächtig
gebundenen Klavierauszügen und Phantaſien, an deren Studium ſich kein Meiſter hätte ſchämen dür⸗ fen, bedeckt.
M vlady's Staffelei ſtand am Fenſter und lie⸗ ferte, in der Geſtalt einer Aquarellſtizze von dem Herrenhauſe ſammt dem Garten Zeugniß für deren artiſtiſches Talent.
Mylady's feenartige Spizen⸗ und Muſſelinſticke⸗ reien, die regenbogenfarbigen Seiden, die zart ſchat⸗ tirten Wollen waren in dem luxuriöſen Gemach zerſtreut, während die Spiegel, von einem künſtleri⸗ ſchen Tapezier geſchickt in Winkeln und gegenüber⸗ befindlichen Ecken angebracht, Mylady's Bild ver⸗ vielfältigten und in dieſem Bilde zugleich den ſchön⸗


