geliebte Weib mit entſchiedener Unfreundlichkeit be⸗ nommen hatte.
Die arme Alicia ſah dieß Alles und trug ihre Laſt, ſo gut ſie es vermochte. Es dünkte ihr ſehr hart, ſich als eine hübſche grauäugige Erbin, mit Hunden und Pferden und Dienern zu ihren Dienſten, zu wiſſen und doch ſo allein in der Welt zu ſtehen, und nicht ein freundſchaftliches Ohr zu haben, in das ſie ihre Sorgen ausſchütten konnte.
„Wenn Bob zu Etwas gut wäre, hätte ich ihm ſagen können, wie unglücklich ich bin,“ dachte Miß Audley,„aber ich könnte ebenſo wohl meine Küm⸗ merniſſe Cäſar geſtehen, wenn ich Troſt haben wollte, als dieſen von meinem Couſin Robert erwarten.“
Sir Michael Audley folgte ſeiner hübſchen Wär⸗ terin und begab ſich kurz nach neun Uhr an dieſem froſtigen Märzabend zu Bette.
Wielleicht war des Baronets Schlafzimmer das angenehmſte Aſyl, welches ein Kranker bei einem ſo kalten und unfreundlichen Wetter ſich hätte wün⸗ ſchen mögen. Die dunkelgrünen Sammetvorhänge waren vor den Fenſtern und um die ſchwere Bett⸗ ſtätte herabgelaſſen. Das Holzfeuer brannte röthlich auf dem breiten Herd. Die Studirlampe war auf einem deliciöſen Tiſchchen hart neben Sir Michaels Kopfkiſſen angezündet und ein Haufe von Journalen und Zeitungen waren von Mylady's eigenen ſchönen Händen zur Unterhaltung für den Kranken herge⸗ richtet worden.
Lady Audley blieb etwa zehn Minuten an dem Bette ſizen, ſprach ſehr ernſthaft über das ſeltſame und ſchreckliche Thema— Robert Audley's Wahn⸗
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