hätten dann vielleicht ihre Feindſchaft in einem furchtbaren Zuſammenſtoß ausgelaſſen und nachher wohl einander freundſchaftlich und liebevoll zuge⸗ than ſein können. Aber Lady Audley wollte ſich in keinen Krieg einlaſſen. Sie trug die Summe ihres Mißfallens vor und legte ſie zu ſtetigen Zin⸗ ſen an, bis der Bruch zwiſchen ihr und ihrer Stief⸗ tochter, mit jedem Tag ſich erweiternd, zu einem großen Abgrund wurde, über welchen von der einen, wie von der andern Seite keine Taube mit dem Oel⸗ zweig im Schnabel mehr zu gelangen vermochte.
Wo kein offener Krieg iſt, kann es auch keine Verſöhnung geben. Eine Schlacht muß ſtattfinden, eine brave tobende Schlacht, mit wehenden Wimpeln und brüllenden Kanonen, ehe für friedliche Unter⸗ hanbligen und enthuſiaſtiſche Händedrücke Raum iſt.
Vielleicht verdankt die Einigkeit zwiſchen Frank⸗ reich und England ihre größte Stärke der Erinne⸗ rung an vergangene Kämpfe und Niederlagen. Wir haben einander gehaßt und geliebt, und haben's ab⸗ gemacht, wie man gewöhnlich ſagt, und können es nun wohl über uns gewinnen, einander in die Arme zu fallen und ewige Freundſchaft, unvergängliche Brüderſchaft zu geloben. Wir wollen hoffen, wenn das nordamerikaniſche Yankeethum decimirt hat und decimirt iſt, wird ſich der aufbrauſende Jonathan auch ſeinem ſüdlichen Bruder, Verzeihung gewährend und nehmend, an die Bruſt werfen.
Alicia Audley und ihres Vaters hübſche Frau hatten in dem großen alten Herrenhauſe Raum ge⸗ nug, um mit Behaglichkeit ihrem Mißfallen nachzu⸗ hängen. Mylady hatte, wie wir wiſſen, ihre eigenen
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