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diren laſſen; aber er ſcheint wirklich über meine Per⸗ ſon ſich eine alberne Vorſtellung in den Kopf geſezt zu haben.“
„Ueber Dich, Lucy!“ rief Sir Michael.
„Ja, mein Theurer. Er ſcheint mich auf eine unbeſtimmte Weiſe— die mir nicht ganz verſtändlich iſt— mit dem Verſchwinden dieſes Mr. Talboys in Zuſammenhang zu ſezen.“
„Unmöglich, Lucy. Du mußt ihn mißverſtan⸗ den haben.“
„Ich denke, nicht.“
„Dann muß er wahnſinnig ſein,“ ſprach der Ba⸗ ronet,„er muß wahnſinnig ſein. Ich will warten, bis er in die Stadt zurückkehrt, und ihm dann Je⸗ mand auf's Zimmer ſchicken, um mit ihm zu reden. Himmel, was für ein geheimnißvoller Handel iſt das!“
„Ich fürchte, ich habe Sie betrübt, mein Theurer,“ murmelte Lady Audley.
„Ja, meine Liebe, ich bin ſehr betrübt über das, was Du mir erzählt haſt; aber es war ganz recht von dir, daß Du über dieſe furchtbare Affaire offen mit mir ſprachſt. Ich muß darüber nachdenken, mein Herzchen, und beſtimmen, wie es ſich am beſten machen läßt.“
Mylady erhob ſich von der niedrigen Ottomane, auf welcher ſie geſeſſen. Das Feuer war niederge⸗ brannt, und nur noch ein ſchwacher Schimmer rothen Lichtes im Gemach zu ſehen. Lady Audley beugte ſich über den Seſſel ihres Gatten und drückte ihre Lippen auf ſeine breite Stirne.
„Wie gut Sie immer gegen mich ſind, mein


