Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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Der heftige Parorismus war vergangen, und Mylady ſchaute auf: ein ſchimmerndes Licht drang durch die Thränen in ihren Augen, und die Linien um ihren hübſchen roſigen Mund, jene harten und grauſamen Linien, welche Robert Audley an dem

präraphaelitiſchen Portrait beobachtet hatte, waren in

dem Wiederſchein des Feuers ſichtbar.

Ich bin ſehr einfältig, ſagte ſie,aber wirk⸗ lich, er hat mich ganz hyſteriſch gemacht.

Wer wer hat Dich hyſteriſch gemacht?

Ihr Neffe Mr. Robert Audley.

Robert! rief der Baronet.Lucy, was willſt Du damit ſagen?

Ich habe Ihnen erzählt, Mr. Audley ſei darauf beſtanden, daß ich mit ihm in die Lindenallee ginge, fuhr Mylady fort. Er begehrte mit mir zu ſpre⸗ chen, und ich ging, und er redete von ſo ſchrecklichen Dingen, daß

Was für ſchrecklichen Dingen, Lucy?

Lady Audley ſchauderte und umſchlang mit con⸗ vulſiviſchen Fingern die ſtarke Hand, welche lieb⸗ koſend auf ihrer Schulter geruht hatte.

Was hat er geſagt, Lucy?

O, mein theurer Freund, wie kann ich es Ihnen ſagen? rief Mylady.Ich weiß, daß ich Sie be⸗ trübe oder werden ſie lachen über mich, und

dann Lachen über Dich? Nein, Lucy.

Lady Audley ſchwieg einen Augenblick. Sie ſaß

da und blickte gerade in das Feuer hinein, während ihre Finger noch immer des Gatten Hand umſchloſſen hielten.

ode