Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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zwanzigfach, vervielfältigt ſie im Verhältniß zu der Tragkraft eines braven Mannes. Der Himmel ver⸗ gebe ihm, wenn bei ihm, durch dieſe grauſame Qual zum Wahnſinn getrieben, die Waage einen Augen⸗ blick ſchwankt und er bereit iſt, Alles zu verzeihen, bereit, das elende Weſen an ſeiner Bruſt zu ſchir⸗ men und das zu entſchuldigen, was nach dem ſtrengen Spruche männlicher Ehre nicht entſchuldigt werden darf. Die ſchlimmſten Gewiſſensbiſſe der Frau, wenn ſie außerhalb der Schwelle des Hauſes ſteht, das ſie nicht mehr betreten darf, kommen der Marter des Gatten, welcher dem vertrauten und flehenden Geſichte die Thüre ſchließt, niemals gleich. Das Leid der Mutter, welche ihre Kinder nicht mehr ſchauen ſoll, iſt geringer, als das Weh des Mannes, welcher dieſen Kindern ſagen muß:„Meine Kleinen, ihr ſeid jezt mutterlos.“

Sir Michael Audley erhob ſich aus ſeinem Seſſel, zitternd vor Entrüſtung und bereit, auf der Stelle den Kampf mit der Perſon zu eröffnen, welche ſeiner Gattin Gram verurſacht hatte.

„Lucy,“ ſagte er,„Lucy, ich beſtehe darauf, daß Du mir angibſt, wer und was Dich betrübt hat. Ich beſtehe darauf. Wer Dich auch gekränkt haben mag, er ſoll mir für Deinen Kummer büßen. Komm, meine Liebe, erkläre mir, was es iſt.“

Er nahm ſeinen Siz wieder ein und beugte ſich über die zu ſeinen Füßen niedergedrückte Geſtalt, indem er ſeine eigene Aufregung zu beſchwichtigen ſuchte, nur um ſeiner Gattin Truͤbſal zu mildern.

„Erkläre mir, was es iſt, meine Liebe,“ flüſterte er zärtlich.