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zarte Geſtalt erſchütterte und an ihr wie ein Raub⸗ thier zerrte, das mit ſeiner ſchrecklichen Kraft ſie ſtückweiſe zu zerreißen drohte. Es war ein Sturm von wirklicher Qual, von Schrecken, Gewiſſensangſt und Elend. Es war der eine wilde Ausſchrei, in welchem des Weibes ſchwächere Natur über die Kunſt der Sirene den Sieg davon trug.
Es war nicht die Art, wie ſie ihren ſchrecklichen Kampf mit Robert Audley auszufechten ſich vorge⸗ nommen hatte. Es waren nicht die Waffen, welche ſie in Anwendung zu bringen beabſichtigt hatte; aber kein Kunſtgriff, den ſie möglicher Weiſe erſonnen, hätte ihr vielleicht ſo gute Dienſte geleiſtet, wie dieſer eine Ausbruch natürlichen Kummers. Er er⸗ ſchütterte ihren Gatten bis ins Herz hinein. Er ſezte ihn in Schrecken und Beſtürzung. Er verſenkte den ſtarken Verſtand des Mannes in einen Zuſtand völliger Rathloſigkeit und Betäubung. Er traf den einen ſchwachen Punct in der Natur eines guten Mannes. Er appellirte direct an Sir Michael Aud⸗ ley's Zuneigung zu ſeiner Gattin.
Ach, der Himmel helfe der zärtlichen Schwäche eines ſtarken Mannes für die Frau, welche er liebt. Der Himmel erbarme ſich ſeiner, wenn das ſchul⸗ dige Geſchöpf ihn betrogen hat und mit ſeinen Thränen und Wehklagen kommt, um ſich ihm, ſeiner ſelbſt vergeſſend und von Gewiſſensbiſſen ergriffen, zu Füßen zu werfen, indem es ihn mit dem Anblick ſeines Schmerzes foltert, mit ſeinen Seufzern ihm das Herz zerreißt, mit ſeinem Stöhnen ihm die Bruſt zerfleiſcht. Sie vermehrt ihre eigenen Leiden zu einer großen Marter für ihn, ſie vervielfältigt ſie


