Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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„Sie ſollen nie erleben, dieß zu thun,“ ſprach ſie. „Ich will Sie eher tödten. Warum haben Sie mich ſo gequält? Warum konnten Sie mich nicht in Ruhe laſſen? Was habe ich Ihnen jemals zu Leide gethan, daß Sie ſich zu meinem Verfolger machen und meinen Schritten nachſpüren und meine Blicke beobachten und den Spion bei mir ſpielen? Wollen Sie mich zum Wahnſinn bringen? Wiſſen Sie, was es heißt, mit einem wahnſinnigen Weibe zu ringen? Nein,“ rief Mylady mit einem Gelächter, „Sie wiſſen es nicht, ſonſt würden Sie niemals——“

Sie brach plözlich ab und erhob ſich zu ihrer vollen Höhe. Es war dieſelbe Haltung, welche Robert bei dem alten halbbetrunkenen Lieutenant bemerkt hatte, und ſie zeigte dieſelbe Würde— die Erhabenheit des äußerſten Elends.

„Gehen Sie weg, Mr. Audley,“ ſagte ſie;„Sie ſind wahnſinnig, erkläre ich Ihnen, Sie ſind wahn⸗ ſinnig.“

„Ich gehe, Mylady,“ antwortete Robert ruhig. „Ich hätte Ihnen Ihre Verbrechen aus Mitleid mit Ihrem unglücklichen Zuſtand verziehen. Sie haben ſich geweigert, meine Gnade anzunehmen. Ich wünſchte der Lebenden zu ſchonen, hinfort werde ich mich nur meiner Pflicht gegen den Todten erinnern.“

Er zog ſich von dem einſamen Brunnen un⸗ ter den Schatten der Linden zurück. Mylady folgte ihm langſam die lange, düſtere Allee hinunter und über die ländliche Brücke nach dem eiſernen Gitter. Als er daſſelbe paſſirte, kam Alicia aus der kleinen Glasthüre, welche aus dem mit Eichen⸗ holz getäfelten Frühſtückzimmer in einer Ecke des

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