Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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trogen und hintergangen haben. Sie ziehen vor, hier zu bleiben und mir Troz zu bieten.“

„Ja,“ antwortete Lady Audley, den Kopf er⸗ hebend und dem jungen Rechtsgelehrten ins Geſicht ſchauend.„Es iſt nicht meine Schuld, wenn meines Mannes Neffe wahnſinnig wird und mich zum Opfer ſeiner firen Idee erwählt.“

„So ſei es denn, Mylady,“ antwortete Robert. „Mein Freund Georg Talboys iſt zum lezten Mal geſehen worden, wie er durch das kleine eiſerne Gitter, durch welches wir heute Abend kamen, in dieſen Garten trat. Das Lezte, was man von ihm hörte, war eine Erkundigung nach Ihnen. Er iſt geſehen worden, wie er in dieſen Garten trat, aber niemals, wie er ihn verließ. Ich glaube nicht, daß er je denſelben verlaſſen hat. Ich glaube, daß er innerhalb des Bereichs dieſer Grundſtücke hier ſeinen Tod gefunden hat; und daß ſein Körper unter irgend einem ſtillen Waſſer, oder in einem vergeſſenen Winkel dieſes Ortes verborgen iſt. Ich will Nach⸗ forſchung halten, und lieber das Haus dem Erd⸗ boden gleichmachen und jeden Baum im Garten ent⸗ wurzeln, als daß ich die Abſicht aufgebe, das Grab meines ermordeten Freundes zu finden.“

Lucy Audley ſtieß einen langen, leiſen Wehe⸗ ſchrei aus, hob mit einer wilden Geberde der Ver⸗ zweiflung die Arme über ihren Kopf empor, gab aber keine Antwort auf die gräßliche Beſchuldigung ihres Anklägers. Ihre Arme ſanken langſam nieder, und ſie ſtarrte Robert Audley an, ihr weißes Ange⸗ ſicht leuchtend in der Dunkelheit, ihre blauen Augen funkelnd und weit aufgeriſſen.

Brabbon, Lady Aubleh's Geheimniß. II. 14