Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
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die von Frauen verübt worden, ſeit den Tagen, da Eva im Garten von Eden zu Adams Gefährtin und Mitgenoſſin geſchaffen worden war. Wie, wenn die hölliſche Verſtellungskraft dieſer Frau ſtärker als die Wahrheit wäre und ihn zermalmte? Sie hatte Georg Talboys nicht geſchont, als er ihr im Wege ſtand und ſie mit ſicherer Gefahr bedrohte; würde ſie ihn ſchonen, der noch größere Gefahr ihr in Ausſicht ſtellte? Sind Frauen in dem Verhältniß zu ihrer Schönheit, ihrer Anmuth barmherzig, oder liebevoll oder freundlich? Gab es nicht einen gewiſſen Monſieur Mazers de Latude, welcher das Unglück hatte, die hochgebildete Madame de Pompadour zu beleidigen, und ſeine jugendliche Indiscretion mit lebensläng⸗ licher Gefangenſchaft büßte; der zweimal aus dem Kerker entfloh, um zweimal wieder zur Haft geſchleppt zu werden, der im Vertrauen auf den ſäumigen Edel⸗ muth ſeiner ſchönen Gegnerin ſich ſelbſt an eine un⸗ verſöhnliche Feindin verrieth? Robert Audley be⸗ trachtete das blaſſe Geſicht der Frau, die an ſeiner Seite ſtand. Dieſes reizende, ſchöne Geſicht, erhellt von ihren ſternhellen blauen Augen, hatte ein felt⸗ ſames und ſicher gefährliches Licht in denſelben; und als ex der hundert Geſchichten von weiblicher Treu⸗ loſigkeit ſich erinnerte, überlief ihn ein Schauder bei dem Gedanken, wie ungleich der Kampf zwiſchen ihm und ſeines Oheims Gattin ſein würde.

„Ich habe ihr meine Karten gezeigt,“ ſprach er bei ſich,„aber ſie hält die ihrigen vor mir ver⸗ borgen. Die Maske, welche ſie trägt, iſt nicht ab⸗ zureißen. Mein Oheim würde eher mich für wahn⸗ ſinnig halten, als an ihre Schuld glauben.“