Phöbe brachte ſelbſt das nett arrangirte Theebrett und das kleine zugedeckte Gericht von Schinken und Eiern, welches für den unerwarteten Beſucher herge⸗ richtet worden war. Ihr blaſſes Haar war glatt geflochten, und ihr hellgraues Kleid ſaß ſo genau und gut wie ehemals. Dieſelben neutralen Tinten waren über ihre Perſon, wie über ihren Anzug ausgebrei⸗ tet, kein prunkhaftes, roſenfarbiges Band, kein rau⸗ ſchendes ſeidenes Gewand verrieth des wohlhabenden Wirthes Frau. Phöbe Marks war eine Perſon, welche niemals ihres individuellen Charakters verluſtig ging. Schweigſam und ſtreng beſonnen, ſchien ſie ſich in ſich ſelbſt zurückzuziehen und von der Außenwelt keine Farbe anzunehmen.
Robert betrachtete ſie nachdenklich, als ſie den Tiſch deckte und näher zu dem Kamine ſchob.
„Das,“ ſprach er bei ſich,„iſt eine Frau, welche ein Geheimniß bewahren könnte.“
Die Hunde ſchauten ziemlich argwöhniſch auf die ſtille Geſtalt von Mrs. Marks, wie ſie leiſe in dem Zimmer hin und her glitt, von dem Theetopfe zu dem Theekäſtchen, und von dem Theekäſtchen zu dem auf der Seite des Kamins ſingenden Keſſel.
„Wollen Sie mir Thee einſchenken, Mrs. Marks?“ ſagte Robert, indem er ſich auf einen mit Roßhaar überzogenen Lehnſeſſel ſezte, welcher ſich nach allen Seiten ihm ſo dicht anſchloß, als ob ihm das Maß dazu genommen worden wäre.
„Sie kommen gerade vom Herrenhauſe, Sir?“ ſagte Phöbe, als ſie Robert die Zuckerbüchſe reichte.
„Ja, ich habe meines Oheims Haus vor einer Stunde verlaſſen.“
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