213
Dorfjungen, welcher gewöhnlich kleine Botengänge für ſie machte, herbei, nahm ihn in die Küche, und gab ihm ein winziges und ſorgfältig zuſammenge⸗ faltetes Billet.
„Du weißt den Weg nach Audley Court?“
„Ja, Mum.“*)
„Wenn Du mir mit dieſem Briefchen heute Abend dorthin läufſt und darauf ſiehſt, daß es ſicher in Lady Audley's Hände gelangt, ſo bekommſt Du von mir einen Schilling.“
„Ja, Mum.“
„Du verſtehſt mich? Frage nach Mylady; Du kannſt ſagen, Du habeſt eine Botſchaft— kein Billet, merke Dir's— ſondern eine Botſchaft von Phöbe Marks; und wenn Du dieſelbe ſiehſt, ſo übergibſt Du es ihr zu eigener Hand.“
„Ja, Mum.“
„Du willſt es alſo nicht vergeſſen?“
„Nein, Mum.“
„Nun dann, ſchnell fort mit Dir.“
Der Knabe ließ ſich das nicht zum zweiten Mal ſagen, ſondern rannte im nächſten Augenblick auf der holperigen Landſtraße davon, den ſcharfen Abhang, der nach Audley führte, hinab.
Phöbe Marks trat an das Fenſter und blickte der ſchwarzen Geſtalt des durch den düſtern Winter⸗ abend hinwegeilenden Knaben nach.
„Wenn mit ſeiner Hieherkunft irgend eine ſchlimme Abſicht verbunden iſt,“ dachte ſie,„ſo erfährt Mylady jedenfalls es bei Zeiten.“
*) Corrumpirt aus: Madame.
——
——
— —
—
Si n
⁊cMee
—
—— ——


