Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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der andern Seite war er ſo lange Wittwer geweſen, daß die Leute den Gedanken aufgegeben hatten, er werde ſich jemals wieder verheirathen. Endlich ſprach jedoch Mrs. Dawſon mit der Gouvernante über den Gegenſtand. Die Frau des Doctors ſaß in dem Lehrzimmer und war eifrig mit ihrer Arbeit beſchäf⸗ tigt, während Lucy mittelſt einiger Pinſelſtriche die lezte Hand an die von ihren Schülerinnen gefertigten Aquarellſkizzen legte.

Wiſſen Sie wohl, liebe Miß Graham, ſprach Mrs. Dawſon,daß ich denke, Sie dürfen ſich als ein recht glückliches Mädchen betrachten?

Die Gouvernante richtete den Kopf etwas in die Höhe und ſchaute fragend ihre Herrin an, indem ſie einen ganzen Wald von Locken rückwärts ſchüttelte. Es waren die wunderbarſten Locken von der Welt weich und federartig, immerdar von ihrem Ange⸗ ſichte abtreibend und einen blaſſen Hof um ihren Kopf bildend, wenn das Sonnenlicht durch ſie ſchien.

Was wollen Sie damit ſagen, liebe Mrs. Daw⸗ ſon? fragte ſie, indem ſie ihren Kameelhaarpinſel in das feuchte Aquamarin auf ihrer Palette tauchte und ihn ſorgfältig in der Hand wog, ehe ſie den zarten Purpurſtrich auszog, welcher dem Horizonte in der Skizze ihrer Schülerin ein höheres Colorit verleihen ſollte.

Nun, mir dünkt, meine Liebe, daß es nur von Ihnen abhängt, Lady Audley und Gebieterin von Audley Court zu werden.

Lucy Graham ließ den Pinſel auf das Gemälde fallen und erröthete bis in die Wurzeln ihres ſchö⸗