zigſten Geburtstage ſich zum zweiten Mal verehlicht. Er war ein dicker, hochgewachſener und ſtämmiger Mann, mit einer tiefen, ſonoren Stimme, ſchönen blauen Augen und einem weißen Barte— einem weißen Barte, welcher ihm gegen ſeinen Willen ein ehrwürdiges Ausſehen gab, denn er war ſo rührig wie ein Knabe und einer der kühnſten Reiter in der Grafſchaft. Siebzehn Jahre lang hatte er im Witt⸗ werſtande gelebt, mit einem einzigen Kinde, einer Tochter, Alicia Audley, die jetzt neunzehn Jahre alt und nicht ſonderlich darüber erfreut war, daß er ihr eine Stiefmutter heimbrachte, denn Miß Alicia hatte ſeit ihrer früheſten Kindheit in ihres Vaters Hauſe die Oberherrſchaft geführt und hatte die Schlüſſel bei ſich getragen, ſie in den Taſchen ihrer ſeidenen Schürzen klingeln laſſen, ſie im Gebüſch verloren und in den Weiher fallen laſſen; und von der Stunde an, da ſie in ihr zehntes Jahr eintrat, mit denſelben alle mögliche Unruhe verurſacht und ſich aus dieſem Grunde alles Ernſtes eingebildet, ſie habe dieſe ganze Zeit über wirklich das Hausweſen geführt.
Aber Miß Alicia's Tag war vorüber, und wenn ſie jetzt Etwas von der Wirthſchafterin begehrte, ſo gab dieſe zur Antwort, ſie wolle mit Mylady ſpre⸗ chen, ſie wolle bei Mylady deßhalb ſich Raths er⸗ holen, und wenn Mylady ihre Zuſtimmung gebe, ſolle es geſchehen. So brachte des Baronets Tochter, die eine treffliche Reiterin war und ſich auf die Kunſt ſehr gut verſtand, ihre meiſte Zeit außerhalb des Hauſes zu, ritt auf den ſchmalen, heckenbegrenzten Feldwegen herum, zeichnete die Kinder im Dorfe, die Ackerknechte und das Vieh und Alles, was Leben


