Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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in der großen Kinderſtube, wo ſie ſpielte, unter ihren Füßen geknarrt, und als man darauf aufmerkſam wurde, fand ſich, daß es locker war und nach ſeiner Entfernung eine Leiter ſehen ließ, welche zu einem Verſteck zwiſchen dem Fußboden der Kinderſtube und der Decke des darunter befindlichen Gemaches führte einem Verſteck, ſo klein, daß der, welcher ſich hier verbarg, entweder auf Hände und Kniee ſich nieder⸗ ducken, oder der ganzen Länge nach ſich ausſtrecken mußte, und doch groß genug, um für eine ſeltſame, alte geſchnizte Eichenkiſte Raum zu gewähren, welche zur Hälfte mit Prieſtergewändern gefüllt war, die man ohne Zweifel in jenen grauſamen Tagen hier untergebracht hatte, wo das Leben eines Menſchen in Gefahr kam, wenn die Entdeckung gemacht wurde, daß er einem römiſch⸗katholiſchen Prieſter eine Zu⸗ luchtsſtätte vergönnt oder eine Meſſe in ſeinem Hauſe zu leſen geſtattet hatte.

Der breite Außengraben war vertrocknet und mit Gras bewachſen, und die ſchwerbeladenen Bäume des Obſtgartens ſtreckten ihre knorrigen, da und dort ausgreifenden Aeſte darüber hin und zeichneten ſich in phantaſtiſchen Formen über dem grünen Abhang ab.

Innerhalb dieſes Grabens befand ſich, wie bereits

geſagt, der Fiſchteich eine Waſſerfläche, welche ſich über die ganze Länge des Gartens erſtreckte, und an deren Grenze eine Allee, der Lindengang genannt, eine Allee von Sonne und Himmel ſo abgeſchieden, vor jeder Beobachtung durch das Schirmdach der rüber ſich wölbenden Bäume ſo geborgen, daß ſie für geheime Zuſammenkünfte oder verſtohlene Unter⸗ redungen wie geſchaffen ſchien; ein Ort, wo mit glei⸗