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Schilderungen aus der Wirklichkeit / von Louise Brachmann
Entstehung
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Armer Freund! fing Triſtan an, der bis⸗ her in ſtiller Schwermuth geſtanden hatte, die ausdrucksvollen dunkeln Augen in den unterge⸗ henden Mond gerichtet, Du biſt beklagenswerth⸗ aber gluͤcklich zu nennen iſt Dein Schickſal, wenn Du es mit dem meinigen vergleichſt.

Ich habe meine Aeltern fruͤh verloren; kein zaͤrtliches Band der Natur machte mir das Leben theuer; allein ich hatte einen Freund, den ich mehr als mein Leben liebte, der mein Gluͤck, mein Stolz, mein Reichthum war. Wir hatten Keiner einen Gedanken vor dem Andern geheim. Jedem war es, als ob er nur halb da ſey, wenn er nicht den Andern neben ſich ſah. In zwanzig Schlachten hatten wir zuſammen gefochten; einſt ſollte eine kleine Zahl der Unſern eine befeſtigte Stellung des Feindes erobern. Wir konnten dahin nur durch einen engen Pfad gelangen, der von furchtbaren ſteilen Felſen umgeben war; der Feind ſtellte ſich uns entgegen; ein Theil der Unſern hatte ſchon gluͤcklich die Hoͤhe erkaͤmpft; unter ihnen war mein Dagobert; ich Ungluͤckli⸗ cher war die Urſache, die ihn in das Todesge⸗ fecht zuruͤckrief! Ich war von den Feinden hart bedraͤngt, mein Blut floß aus einer leichten Wunde; mein Dagobert hoͤrte meine Stimme, 16*