234
des Feuers, nach dem er ſich jetzt wandte, zeigte
den tiefen Gram auf ſeinem Geſichte, und die
Thraͤnen, von denen ſeine Wange glaͤnzte.—
Verzeiht, meine Bruͤder, ſagte er mit einem tie⸗
fen Seufzer, wenn ich minder aufmerkſam auf
Eure Geſpraͤche war. Ich dachte an meine un⸗
gluckliche Mutter. Deine Erzaͤhlung, Fioreſtan,
„ und vorhin die Deine, Joſeph, hatten mir den
Stachel des Schmerzes nur noch tiefer ins Herz gedruͤckt. Wie gluͤcklich ſeyd Ihr! o Gott! ich kann nicht mehr nach meiner Heimath gehn!
Ich hatte drei Bruͤder, mein Stolz und meine Liebe; ſie ſind alle geblieben, Einer nach vem Andern, auf dem Feld der Ehre; bei der großen Schlacht von C. ward ich toͤdtlich ver⸗ wundet, mein Name war ſchon auf die Todten⸗ liſte eingetragen; nur durch einen gluͤcklichen Zu⸗ fall ward ich gerettet. Meine Mutter fand mei⸗ nen Namen auf der Todtenliſte: Nun ſind meine vier Sohne todt, ſagte ſie gelaſſen. Ich habe nun kein Kind mehr auf der Welt; nun will ich
mich hinlegen und auch ſterben! Sie verließ ſeit
dieſem Tage ihre Huͤtte nicht wieder. Als ich zum erſten Mal geheilt von meinen Wunden wie⸗ der ins Freie ging, erhielt ich den ſchwarzgeſie⸗ gelten Brief vom Tode meiner Mutter.—
——
—— —


