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Schilderungen aus der Wirklichkeit / von Louise Brachmann
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abermals ein wenig ins Traurige lenkt. Ich moͤchte gern die Ehre der Frauen retten, der Du, Collin, erſt vorhin mit Deiner Erzaͤh⸗ lung von Arthur einen ſo harten Vorwurf machteſt. Und meine Geſchichte iſt nicht min⸗ der eine wahre Begebenheit. Ein duͤſtres Nacht⸗ ſtuͤck nur, vom Lichte der Liebe gemildert.

Die Nacht iſt ſchwarz, kein ſanfter Stern erblinkt, Doch hell in Feuerrothe gluͤht der Himmel, Das Dorf zur Rechten, das in Flammen ſinkt; Es ſchweigt des Kampfes wuͤthendes Getuͤmmel.

Hier lohe Gluth, dort eiſ'ge Winterflur; Der Himmel ſtarrend in des Froſtes Blaͤue, Die ganze Landſchaft traͤgt des Todes Spur, Der Schnee mit Blut befleckt zu ernſter Weihe!

Wer jagt bort ſtuͤrmend durch das Schneegefild, Ein junger Krieger, ſchoͤn wie Himmelsboten! Doch all ſein Weſen des Entſetzens Bild.

Sein glaͤnzend Aug' durchſchweift das Feld der Todten.

Zuruͤck! zuruͤck! ruſt im Begegnen ihm Ein flieh'nder Diener, Alles iſt verloren! Zuruͤck! Entweicht des Feindes Ungeſtuͤm! Mein Herr iſt nieder zu des Todes Thoren.

Und du verließeſt ihn im Kampf der Noth? O jetzt bewaͤhr dich Muth der Liebestreue! Der Juͤngling riefs; von Schrecken ringsumdroht, Durchflog er kuͤhn das Feld der Todesweihe.