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Schilderungen aus der Wirklichkeit / von Louise Brachmann
Entstehung
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Der Krieger warf ſich auf ſein Roß, Und zog wohl fern und weit; Des Maädchens ſtille Thraͤne floß In dunkler Einſamkeit.

Was willſt du denn zur Ferne ziehn, Zum kalten, wiiden Strand? Die Blumen und die Baͤume bluͤhn Im ſchoͤnen Heimath⸗ Land.

Und bluͤhn im ſchoͤnen Heimath⸗ Land Die Blumen allzumal; Des Kriegers Blick iſt abgewandt PVom milden Fruͤhlingsſtrahl.

Die arme Bruſt, ſo treu und warm, Wird kalt der Nord umwehn; O komm zuruͤck in meinen Arm, Und traͤume ſanft und ſchoͤn!

Den Buſen ſchirmt die ehrne Tracht, Der einſt wohl zaͤrtlich ſchlug; Und nach dem Froſt die ernſte Schlacht Iſt ſchwul und heiß genug.

Du wirſt dein ſchönes Heimaths⸗Land

Wohl nimmer wieder ſehn! Und die, die Lieb und Tren verband, Wird ſtill im Gram vergehn.

Des Kriegers Loos kennt nimmer Ruh, Ihn treibt ſein hart Geſchick; Drum ſuͤßes, ſchoͤnes Maͤdchen du, Nimm Herz und. Schwur zuruͤck.