Druckschrift 
Schilderungen aus der Wirklichkeit / von Louise Brachmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21¹9

Dein Erroͤthen ſanſt und rein Glaͤnzt auf ſeinen Wangen, Mit der dunkeln Ausen Schein Sehnend aufgegangen.

Gluͤhte nicht ſein holder Mund Tief in Purpurroͤthe, That er ſuͤßen Laut mir kund, Gleich dem Hauch der Floͤte.

Ach und wie die tiefe Gluth, Die im Kelch dir ſtrahlet, Hat mit meines Lieblings Blut Sich der Grund gemaket⸗

Fern nun ſchlaͤft im Schlachtgefild Er in Huͤgels Schoße! Bleibe du mir liebſtes Bild! Theure, ſuͤße Roſe!

ſt n⸗ BAber ihr ſcheint euch verſchworen te zu haben, riefen einige der Zuhsrer, uns nur

das Traurige unſers Standes zu zeigen! Erwin, weißt du kein beſſeres Lied?

Verzeiht, meine Bruͤder! erwiederte Er⸗ win, ich hatte mich einer zu ſchwermuͤthigen Stimmung hingegeben. Mein jetziges Lied ſoll euch zeigen, wie feſt und zaͤrtlich auch die

Liebe iſt, die der edle Krieger erregt.