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Schilderungen aus der Wirklichkeit / von Louise Brachmann
Entstehung
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zicht in noch dreimal hoͤherm Grade zu ber⸗

buͤrgen ſtand! Daß er nicht gluͤcklich war⸗ dieß glaubte ich aus der Art ſchließen zu koͤn⸗ nen, mit der ſie von ihm geſprochen hatte. So wurde mir dieſe Stelle, die er vor mir bewohnt hatte, gleichſam zum ſtilen Heilig⸗ thum, und wie im Schutze eines guten Geiſtes

ſchlief ich ein.

Ein himmliſcher Morgen erweckte mich; die Gegend prangte nun mit veraͤndertem Reis in ihrer maleriſchen Farbenfriſche, wo goldne Sonnenlichter uͤber Felſen und Baͤume ſpielten, die Wipfel von Geſang ertoͤnten, und Bienen munter uͤber die Blumenfelder unter meinem Balkon hinfummten. Erfreut nahm ich den Vorſchlag meiner liebenswuͤrdigen Gaſtfreunde zu einem ländlichen Spaziergange an. Wir waͤhlten die entgegengeſetzte Richtung von der Ausſicht, die ich aus meinem Zimmer hatte⸗ und auch hier fand ich die anmuthreichſte Land⸗ ſchaft. Felder in ſchwellendem Wuchs; Pflan⸗ zungen trefflicher Fruchtbaͤume, und helle freund⸗