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Mein Vater, der ohne urſache wegen meiner äuferſt beſorgt war, erklaͤrte, daß er geſonnen ſei, mich zu verheirathen. Ohne mir einen rich⸗ tigen Begriff von den Freuden noch den Unbe⸗ zuemlichkeiten des Eheſtandes machen zu können, ſchmeichelte mir, wie allen jungen unerfahrnen Menſchen, ſchon der Gedanke daran. Zum er⸗ ſtenmal dacht' ich lebhaft, daß es Mannsperſo⸗ nen gebe, und gieng mit mir ſelbſt zu Rathe, wen ich mir auswaͤhlen wollte. Ich Thoͤrin wähn⸗ te, man wuͤrde dieſe Wahl meiner Willkähr uͤberlaſſen!
Ich kannte von Perſon alle junge Leute in unſerer Stadt; mehrere derſelben hatten mir ſchon Schmeicheleien vorgeſagt, und ohne daß ich irgend einen beſonders vorgezogen haͤtte, ge⸗ fielen mir doch zwei oder drei in Abſicht auf Ge⸗ ſtalt, Wiz und Talente beſonders. Ichvahnete gar nicht, daß die Wahl meines Vaters auf einen andern fallen koͤnnte, und als er mich fragte: ob mein Herz noch frei ſei, antwortete ich ein Ja mit meiner mir angebohrnen Luſtigkeit.
„Du wirſt alſo jeden nehmen, den ich dir zum Gemahl vorſchlage?“
— O ja!—
„Wenigſtens hab' ich auf deine Folgſamkeit Rechnung gemacht. In Zeit von vierzehen Ta⸗ gen biſt du die Gattin des Hrn. v. Saintvran.“
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