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Adele ſehn, und unter deren liebenswurdiger Fuͤr⸗ waltung, wenn nicht Achtung, doch Nachſicht und vielleicht Vergeſſenheit ihrer Fehltritte, erwer⸗ ben. O, wie heilte das Bild einer ſo unver⸗ hofften Zukunft die Wunde ihres Herzens und ſchwellte daſfelbe. Mit welcher Freude ſandte ſie ihre erforderliche Einwilligung zu dieſer gluck⸗ ſeligen Heurath, ihrer theuerſten Hoffnung, ih⸗ rer einzigen Rettung!
Aber eines Abends, da ſie, den Kopf erfuͤllt von dergleichen Plänen zum Gluͤcke, zuruͤckkehrte in ihre Abgeſchiedenheit, ſahe ſie von fern den alten Germain. Er nahte mit traurigem Blick und langſamen Schritt, ſie flog ihm entgegen, und der Gegenſtand ihrer erſten Fragen war die glan⸗ zende, heiß erſehnte Heurath. cAch, Frau, ſagte Germain und wagte nicht ihr ins Geſicht zu ſehen: alles iſt aus.„Gerechter Gott! wie konnte das geſchehn?5 aLeſen Sie's lieber ſelbſt. Bei dieſen Worten gab er ihr einen Brief von Saint⸗Lambert, der ſie benachrichtiget, daß im Augenblick, da der Ehecontrart zwiſchen Adelen und Alphons Montmartel hätte unterzeichnet wer⸗
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