Teil eines Werkes 
2. Th. (1820)
Entstehung
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muͤſſe, erhielt von ihrem Vater Erlaubniß, Ca⸗ millen ſchreiben zu duͤrfen, und dieſer Briefwech⸗ ſel war keine der mindeſten Freuden, welche dieſe in der Einſamkeit empfand. Heilſame, tiefge⸗

fuͤhlte Wornungen in Ruͤckſicht der Gefahr, wel⸗

che die Sucht nach Huldigungen, die Sucht zu in der Welt bereite, ertheilte ſie unablaͤſ⸗ ſig dem jungen Mädchen. Adele zeigte alle jene Briefe ihrem Vater, der Hoffnung, allmaͤh⸗ lig ſeinen gerechten Unwillen zu lindern und ihn vielleicht zu einer Verſoͤhnung zu bewegen⸗ Die kindliche Liebe verblendete das reine, vertrauens⸗ volle Gemuͤth uͤber die She einer ſolchen Wiedervereinigung. Su Seit Jahren lebten ſie wieder zu Paris; und ſchoͤn, liebenswuͤrdig, und einzige Erbin eines großen Vermoͤgens, wie ſie war, nur nach dem Namen Saint⸗Lambert bekannt, fan⸗ den ſich zahlreiche Bewerber um ihre Hand. Ihr Vater hatte Freundſchaft und eine Geldaſſocia⸗ tion mit Herrn Montmartel, einem der erſten

Wechſelherrn von Paris, geſchloſſen. Dieſer

würdige Mann hatte zwei Kinder, eine Tochter,