der Botanik und benutzte die Reſultate deſſelben zu Heilung der armen Kranken des Gaues. Ihre Wohnung wurde zu einer Art von Apotheke, in welcher ſie Alles vereinigte, was zu Erleichte⸗ rung der leidenden Menſchheit dienen kann. Stets
ſah man ſie in dem Walde von Senart, auf den
bergigen Hoͤhen, wo ſie die Kraͤuter ſammelte, deren ſie zu ihrer Lieblingsbeſchäftigung bedurfte. Fuͤr ſich gab ſie nur den dritten Theil des Jahrge⸗ haltes aus, das ſie von Saint⸗ Lambert erhielt: alles ubrige verwandte ſie zu Almoſen und Huͤlfe⸗ leiſtungen, wofuͤr man ſie uͤberall ehrte und ſeg⸗ nete. Ringsum in den Dörfern hörte man nur von der guten, der großmuͤthigen Frau Haller re⸗ den. Von allen Seiten her wurde aus der klei⸗ nen Huͤtte von Bauſſerons geholt, was Kranke zur Heilung, Nothleidende zur Unterſtuͤtzung be⸗ durften: nur von Verpflichteten umgeben, von des Dankes Stimme umtoͤnt, begann ein matter Schimmer von Gluͤck ihr zu leuchten.
Adele hatte ihr ſechzehntes Jahr erreicht und die Urſache erfahren, welche ihre Mutter von ihr entfernt hielt. Sie uͤberlegte, was dieſelbe leiden


